Schutz und Vorsorge

mre5Die von multiresistenten Erregern ausgehende Gesundheitsgefährdung für abwehrgeschwächte, kranke und alte Menschen sollte niemals unterschätzt werden. Daher muss Sorge dafür getragen werden, dass diese Personen möglichst nicht in Kontakt mit den Keimen kommen. Es gilt folglich, die Verbreitung und Übertragung multiresistenter Erreger zu vermeiden.

Die effektivste Maßnahme zum Schutz vor Keimen ist Hygiene. Welche Hygiene- und Vorsorgeregeln getroffen werden sollten, hängt davon ab, wie stark man selbst gefährdet ist und wie intensiv der Kontakt zu gefährdeten Personen ist.

Die oberste Hygieneregel, die uneingeschränkt für jeden gilt, lautet: Regelmäßig Hände waschen! Vor der Zubereitung von Speisen, vor dem Essen, nach jedem Toilettenbesuch, nach dem Kontakt mit erkrankten Menschen oder Tieren sollten die Hände gründlich mit Wasser und hautfreundlicher Seife gewaschen werden. Wer sich an diese Regel hält, trägt ganz wesentlich dazu bei, die Verbreitung von Krankheitserregern einzudämmen.

Hygiene im privaten Umfeld

Was private Haushalte betrifft, so sollten diese sauber gehalten werden, sie müssen aber nicht klinisch rein sein. Das bedeutet, eine gründliche Reinigung mit Wasser und den üblichen Haushaltsreinigern bzw. Waschmitteln reicht normalerweise aus, um mögliche Keimbelastungen auf ein unbedenkliches Niveau zu bringen. Da die meisten Keime Temperaturen von über 60 °C nicht überleben, ist es ratsam, Geschirr und Körperwäsche regelmäßig heiß zu spülen bzw. zu waschen.

Der Einsatz von speziellen Desinfektionsmitteln kann angezeigt sein, wenn ein Familienmitglied an einer ansteckenden Krankheit oder einer Schwäche des Immunsystems leidet. Dies sollte man gegebenenfalls mit dem Arzt besprechen.

Hygiene in Pflegeeinrichtungen

Pflegebedürftige Menschen sind anfälliger für Infektionen als die Normalbevölkerung, da ihre Abwehrkräfte, bedingt durch vorliegende, zumeist chronische Erkrankungen bzw. mit steigendem Lebensalter durch altersbedingte Veränderungen des Organismus, geschwächt sind. Entsprechend sorgsam müssen die Hygienerichtlinien eingehalten werden. Dies gilt gleichermaßen für die stationäre wie für die ambulante Pflege.

Die oberste Hygieneregel, die uneingeschränkt für jeden gilt, lautet: Regelmäßig Hände waschen!

Auch in der Pflege kommt der Händehygiene eine besondere Bedeutung zu. Pflegekräfte sind gehalten, vor und nach pflegerischen Tätigkeiten mit Körperkontakt die Hände zu desinfizieren. Außerdem müssen bei Wundversorgung oder möglichem Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten (z. B. Speichel, Urin, Erbrochenes) Schutzhandschuhe getragen werden.

Für das Säubern von Böden, Oberflächen, Einrichtungsgegenständen, Matratzen, Bettwäsche etc. gelten mit den Gesundheitsämtern abgestimmte Basisreinigungs- und Desinfektionspläne. Sollte in einer Pflegeeinrichtung eine der übertragbaren Krankheiten auftreten, werden die Desinfektionsmaßnahmen in Absprache mit dem Gesundheitsamt verstärkt (siehe Kapitel 4).

Hygiene in Krankenhäusern

Aus gutem Grund gelten in Krankenhäusern die strengsten Hygienevorschriften. Ihre Einhaltung wird durch ein spezielles Hygienemanagement der Krankenhäuser überwacht und durch die Gesundheitsämter überprüft. Allein durch die Gemeinschaft kranker, geschwächter und damit infektanfälliger Patienten wächst die Gefahr, dass sich multiresistente Erreger schneller verbreiten können. Hinzu kommt, dass einige der medizinischen Eingriffe ein erhöhtes Risiko der Übertragung mit sich bringen können. Hygienische Handdesinfektion sowie das Tragen von Schutzhandschuhen bei den meisten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen sind daher zwingend.

Zu den Hygienerichtlinien gehören selbstverständlich auch das Reinigen und Desinfizieren von Behandlungs- und Patientenzimmern, der Krankenhauswäsche sowie aller Einrichtungsgegenstände.

Infektionsschutz geht alle an!

Der beste Schutz gegen möglicherweise gesundheitsschädliche Keime ist gegeben, wenn alle – Patienten, Angehörige, Ärzte, Pflegepersonal – sich persönlich für die Einhaltung der Hygieneregeln verantwortlich fühlen. Verstöße gegen diese Regeln sollten offen angesprochen werden.

Broschüre zum Thema
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Die Deutsche Seniorenliga hat in Kooperation mit den Landesseni-orenvertretungen eine Informations-broschüre zum Thema "Multire-sistente Erreger" herausgegeben, um über die Gesundheitsrisiken dieser Keime aufzuklären.

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Handhygiene
Viele Keime werden über die Hände übertragen. Händewaschen dient dem Schutz gefährdeter Personen, aber auch dem eigenen. Unbewusst fasst man sich mit den Händen ins Gesicht, an Mund oder Nase, reibt die Augen, so dass die Keime auf die Schleimhäute und damit in den Körper gelangen können.
waschen
Regelmäßig Wäsche wechseln und reinigen
Die meisten Keime werden bei einer Waschtemperatur von 60 Grad abgetötet.
besuch
Regeln für Besucher
Besucher von Pflegeeinrichtungen müssen sich normalerweise nur an eine Hygieneregel halten: Regelmäßig Hände waschen!
blutabnahme
Infektionsrisiko
Bei allen invasiven Eingriffen, z. B. beim Setzen von Infusionen, Blutabnehmen oder bei der Wundversorgung, gelten für Ärzte und Pflegekräfte besonders strikte Hygienevorschriften.